Sturzprophylaxe
Mit zunehmendem Alter nimmt die Reaktionsfähigkeit des Menschen ab, was zu einem erhöhten Sturzrisiko führt.
Kommen außerdem körperliche und geistige Erkrankungen oder Behinderungen hinzu, kann mitunter jede Eigenaktivität des Bewohners zur Gefahr werden. Neben Prellungen, Frakturen etc. ist für den Bewohner mit einem Sturz oft auch ein seelisches Trauma verbunden, das zusätzliche Verunsicherung und Hilflosigkeitsgefühle auslöst.
Deshalb sind alle Pflegenden verpflichtet, die häufigsten Gefahrenquellen zu vermeiden, indem sie die folgenden Maßnahmen beachten und das Sturzrisiko so gering wie möglich halten.
1. Risikoeinschätzung und Hilfestellung
- Bei beobachteter Reaktions- und Bewegungsunsicherheit, den Bewohner ansprechen und im Notfall unaufgefordert Soforthilfe leisten.
- Bei bekannter Sturzneigung dem Bewohner eine sichere Hilfe und Begleitung anbieten und mit ihm vereinbaren, dass er sich vor dem Aufstehen oder anderen Aktivitäten melden soll.
- Soviel Hilfe wie nötig, jedoch so wenig Hilfe wie möglich!
2. Hindernisse und Gefahren beseitigen
- Unebenheiten im und auf dem Fußboden, wie z. B. Schwellen, herumliegende Kabel entfernen.
- Rutschgefahr von Teppichen vermeiden.
- Verschüttete Flüssigkeiten aufwischen.
- Auf defekte Beleuchtung achten.
- Die Festigkeit von Haltegriffen regelmäßig überprüfen.
- Rollstühle, Rollatoren und Toilettenstühle immer feststellen, auch wenn diese unbenutzt am Bett stehen.
- Bewegliche Transportgeräte (z.B. Wäschewagen, Getränkewagen), die in Flurbereichen oder Nebenräumen stehen, feststellen.
- Stufenkanten mit Antirutschprofil versehen und farbig markieren.
3. Medizinische Gefahren beachten
- Bei Einnahme von Medikamenten, die die Wahrnehmung, Koordination oder Motorik beeinträchtigen (z.B. Sedativa, Schlafmittel) sind erhöhte Aufmerksamkeit und gezielte Hilfestellung erforderlich.
- Bei Einnahme von Diuretika und Abführmitteln besteht erhöhte Gefahr, weil der Bewohner mitunter in großer Eile noch rechtzeitig die Toilette zu erreichen versucht und nicht auf Hilfe wartet. Für diese Zeiten sollten gemeinsam mit dem Bewohner Alternativen gesucht werden (z.B. Toilettenstuhl am Bett).
- Prothesen, orthopädische Halte- und Stützapparate werden ausschließlich von Fachleuten angepasst. Die richtige Benutzung und Handhabung muss mit dem Bewohner sowie mit dem Pflegeteam eingeübt werden.
4. Pflegerisches Risiko ausschließen
- Betthöhe so einstellen, dass ein bequemes Ein- und Aussteigen möglich ist.
- Ein Niedrigbett für den Bewohner bereitstellen.
- Eine Sturzmatte vor das Pflegebett legen.
- Ein Patientenrufsystem anschaffen, das im Sturzfall den Schwesternruf auslöst.
- Auf langen Fluren Sitzmöglichkeiten bereitstellen.
- Auf Erschöpfungszeichen achten.
- Auf eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit achten.
- Funktionsfähigkeit von Schuhen, Brille, Hörgerät, Gehhilfe, Stock, Rollstuhl, Beinprothesen regelmäßig überprüfen.
Allgemein zu beachten:
Die Mobilität durch Bewegungsübungen, Krankengymnastik, Physiotherapie, Ergotherapie usw. solange wie möglich erhalten und fördern.
Weitere Informationen finden Sie auf www.niedrigbett.de.

