Fußunterstützung
Warum braucht es eine Fußunterstützung?
Viele hilfsbedürftige Menschen kommen aufgrund Ihrer Körpergröße oder durch zu hohe Stühle, Rollstühle bzw. Betten oder anderen Umgebungsfaktoren, bei spezifischen Bewegungsaktivitäten – wie z.B. bei Transfers – mit ihren Beinen nicht mehr auf den Boden. Daraus folgt eine verminderte
oder gar gänzlich fehlende Möglichkeit, das eigene Körpergewicht über die Knochen an die Umgebung
abzugeben. Anatomisch und ergonomisch betrachtet, tragen dadurch Muskeln statt Knochen – also
unser aktiver Bewegungsapparat – einen Teil unseres eigenen Körpergewichts.
Dieser unphysiologische Bewegungsaspekt führt dazu, dass ein Teil des Körpergewichts vom Oberkörper
gehalten/getragen und organisiert werden muss. Die Gleichgewichtsbalance ist dadurch extrem
reduziert und das Körpergewicht im Sakralbereich wird „gestaut“. Peristaltik Probleme und Druckstellen
(Dekubitusgefahr!) im Sakral- und Oberschenkelbereich sind nicht selten beobachtbar. Knochen
brauchen eine angemessene Belastung, damit die Festigkeit der Knochendichte (Calciumeinbau) und
eine Mineralisierung bzw. Remineralisierung stattfinden kann.
Sitzen an der Bettkante mit stabiler Gewichtsabgabe an die Fußunterstützung gibt Sicherheit in der Position und kann zur besseren Atmungsregulierung und Gleichgewichtsorganisation beitragen. Physiologisches Sitzen im Rollstuhl zum Essen und Trinken – mit den Füssen auf der Fußunterstützung bei einem optimalen Kniewinkel von ca. 90 Grad – ermöglicht eine kontrolliertere Kau- und Schluckerleichterung durch die Reduzierung der Muskelspannung und neutraler Beckenneigung. Bei Transfers vom Rollstuhl ins Bett und von der Bettkante in den Rollstuhl zum Ausgleich des Höhenniveaus, bietet die Fußunterstützung eine Möglichkeit zur Gewichtsabgabe während der Bewegungsaktivität und dadurch eine nachvollziehbare Bewegungskontrolle.
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